Ein Mal in den Vordergrund

Auszeichnung des Ehrenamts im Haus Luise

obhamann

So richtig wohl fühlte sich Veronika Schmidt auch auf der eher kleineren Bühne im Haus Luise nicht. "Ich agiere lieber im Hintergrund", betonte die engagierte Frau, die seit 1977 Mitglied im Kleingartenverein "Abendfrieden" in Frohse und seit 2007 im Vorstand tätig ist. Dennoch nahm sie gern die Auszeichnung von Oberbürgermeister Bert Knoblauch und dem Stadtseniorenrats-Vorsitzenden Frank Schiwek entgegen. "Das Ehrenamt gehört ins Rampenlicht", betonte das Stadtoberhaupt, "nicht nur einmal im Jahr. Schließlich gestaltet es unser Zusammenleben. Wir können uns darauf verlassen."

Mit etwa 16 Millionen Freiwilligen ist das Ehrenamt in Deutschland stark vertreten, dadurch leben Sportvereine, Betreuungseinrichtungen oder Feuerwehren. "Wir wollen den Helden des Alltags hier bei uns in Schönebeck danke sagen", erklärte Schiwek. Er freute sich besonders, dass der Singkreis im Haus Luise, der normalerweise keine Auftritte einplant, das Programm der Ehrungsveranstaltung ausgestaltete. "Das Ehrenamt singt für das Ehrenamt."

Veronika Schmidt hat stets ein offenes Ohr und hilft, wo Hilfe nötig ist, greift ein, wo erforderlich und klärt auf, wenn sie es kann. 2015 absolvierte sie einen Schnupperkurs bei den Fachberatern und fand Gefallen an dieser Arbeit. Sie ist und war eine führende Kraft bei den Pflanzenaustauschbörsen, bei Ausstellungen und anderen Aktivitäten des Verbandes. Besonderes Interesse hat sie bei den Senioren des Vereins. Hier hilft sie nicht nur mit Rat, sondern auch aktiv bei Problemen. Im Handarbeitszirkel der AWO ist sie ebenfalls tätig und bringt ihr Wissen ein. Im Kinderarten „Am Gänsewinkel“ ist sie als Leseoma tätig. Sie bringt den Kindern aber nicht nur die Liebe zu Büchern bei, sondern hilft auch da an Aktionstagen mit, bringt den Kindern die Natur näher, pflanzt mit ihnen Frühlingsblüher und klärt über die Belange von Pflanzen oder Insekten auf. Frau Schmidt stellt Ihre eigenen Bedürfnisse immer in den Hintergrund und wurde mit dem verdienten Applaus auf den Weg zu ihrem Platz begleitet.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dr. Karin Hamann, die sich seit vielen Jahren dem Sport verschrieben hat. Sie ist Ärztin im Unruhestand und weiß daher genau, wie man sicher und gesund Sport treibt. Erst selbst als Mitglied einer Frauen-Gymnastikgruppe, leitet sie diese nun schon seit Jahren an. Mit ihr als Übungsleiterin kommt die Gruppe jeden Mittwoch zusammen, um gemeinsam Sport und geselligkeit zu erleben. Auch Veranstaltungen und Tagesreisen bereichern das Gemeinschaftsgefühl. Ihr Steckenpferd ist der Bereich „Pilates“. Über viele Jahre hinweg hat sie „Präventionskurse“ über die Krankenkasse angeboten und durchgeführt. Auch als Vereinsvorstand ist sie stets bemüht die Belange des Vereins mit zu vertreten.

Krankheitsbedingt nicht anwesend war Waltraud Schwarzbach, die als Verwaltungsleiterin im Schönebecker Krankenhaus für ihre genaue, gradlinige, aber auch sehr rücksichtsvolle und stets bescheidene Art bekannt und beliebt war. Im Ehrenamt übernahm sie die Leitung der Ortsgruppe Süd der Volkssolidarität. Von Beginn an kümmerte sie sich um alle Belange. Außenstehende können kaum ermessen, welche vielfältigen Tätigkeiten zu einem solchen Amt gehören. Beitragskassierung, Listensammlungen, Führung der Bücher und unzählige Formalien erledigt Frau Schwarzbach still und fast nebenbei. Im Mittelpunkt stehen für sie die Mitglieder. Zunächst im SWB-Mietertreff, seit einigen Jahren aber im „Haus Luise“ organisiert sie stets informative und interessante Veranstaltungen.

Dem Image des Kaffeeklatschs ist die Ortsgruppe durch und mit Frau Schwarzbach lange entkommen. Sie versorgt die Seniorinnen mit wichtigen und neuen Informationen zu Pflegeberatung, Hausnotruf oder Rentenbesteuerung. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Seniorinnen und Senioren am täglichen Leben. Auch die Stadtpolitik gehört zu den Themenpunkten der Gruppe. Regelmäßig sind Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates zu Gast, um über neueste Entwicklungen und Vorhaben zu berichten und sich den Fragen der Seniorinnen zu stellen.

Kranke Mitglieder werden zu Hause besucht, ehemalige Mitglieder in Pflegeheimen betreut. Ist eine Kleinigkeit einzukaufen, fehlt eine Begleitung zum Arzt oder einfach mal jemand zum Zuhören oder Spazierengehen, ist Frau Schwarzbach zur Stelle. Und weil Spazierengehen an den Wochenenden allein zu langweilig ist, hat sie sich eine weitere Aufgabe gesucht. Die Hauszeitung aus dem „Haus Luise“, die „Luisen-Post“, wird monatlich von ihr in die Briefkästen der Mitglieder und Gäste verteilt. "Sie sind für viele Menschen ein sozialer Halt geworden und schaffen es mit einfachsten Mitteln, die Herzen ihrer Mitmenschen zu erwärmen: mit Herzlichkeit und Menschlichkeit. Eigenschaften, die in unserer heutigen Zeit nicht hoch genug angerechnet werden können", betonte Frank Schiwek in seiner Laudatio.