Wachstumsbranche Pflege

Pflegekräfte im Salzland-kreis sind überwiegend weiblich, teilzeitbeschäftigt und gefragt

Bundesagentur für Arbeit

Die Zahl der Beschäftigten in den Pflegeberufen ist gestiegen. Das zeigt eine Datenauswertung der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West anlässlich des „Tages der Pflege“ im Mai. Zum Stichtag 30.06.2025 waren im Pflegebereich1 etwas mehr als 4.500 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind knapp 100 Beschäftigte mehr als vor vier Jahren. Damit gehört das Gesundheitswesen zu den wenigen Branchen mit einem Beschäftigungswachstum. Die Zahl der Männer in Pflegeberufen hat in den letzten vier Jahren zugenommen. Die Pflege bleibt mit 85 Prozent Frauenanteil aber eine stark weiblich geprägte Branche.


Viele Pflegekräfte arbeiten in Teilzeit. Bei den weiblichen Pflegekräften sind es drei von fünf, bei den männlichen immer noch zwei von fünf. „Der demografische Wandel stellt die Pflegebranche und ihre Arbeitgeber vor große Herausforderungen. Viele erfahrene Pflegekräfte werden in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Schon heute ist jede vierte Pflegekraft älter als 55 Jahre“, betont Anja Huth, Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West. „Damit die Menschen im Salzlandkreis weiter gut versorgt werden können, brauchen wir drei Dinge: mehr junge Menschen, die sich für Pflegeberufe entscheiden, berufsbegleitende Qualifizierung und internationale Auszubildende und Fachkräfte.“

Mehr internationale Pflegekräfte
Die Zahl ausländischer Arbeitskräfte in den Pflegeberufen steigt seit 2020 stetig. Vor vier Jahren waren im Salzlandkreis 80 ausländische Pflegekräfte versicherungs-pflichtig beschäftigt. In den letzten vier Jahren hat sich diese Zahl fast verdoppelt.

Mehr Menschen entscheiden sich für eine Pflegeausbildung
Im gleichen Zeitraum stieg auch die Anzahl der Auszubildenden. 2025 gab es im Salzlandkreis 460 Auszubildende in der Pflege, das sind über einhundert mehr als vor vier Jahren. Im letzten Jahr hatte jeder fünfte Pflege-Azubi einen ausländischen Pass.

Berufliche Weiterbildung erhöht Beschäftigungschancen
Der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften spiegelt sich auch im Stellenbestand und in der Zahl der Arbeitslosen wider. Im Salzlandkreis standen im vergangenen Jahr durchschnittlich 50 gemeldeten Stellen 160 arbeitslose Pflegekräfte gegenüber. Drei von vier Arbeitslosen im Pflegebereich verfügen nicht über einen Fachkräfteabschluss. Gleichzeitig richten sich drei Viertel der gemeldeten Stellen an Fachkräfte. Im Salzlandkreis haben deshalb im Jahr 2024 25 Menschen eine berufliche Weiterbildung im Bereich Pflege begonnen. Entgelt ist in den letzten Jahren stark gestiegen Im Jahr 2024 haben Beschäftigte im Salzlandkreis in der Pflegebranche im Median 3.816 Euro pro Monat verdient. Das waren 900 Euro mehr als 2020. Das Medianentgelt von Pflegekräften liegt fast 470 Euro über dem Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis.