Unterwegs zwischen Arbeit und Leben

Pendlerzahlen und Trends im Salzlandkreis

Bundesagentur für Arbeit

In welchen Branchen gehört Pendeln zur Tagesordnung? Wohin zieht es die Einwohner des Salzlandkreises beruflich? Welche Chancen ergeben sich daraus für Jobsuchende und Arbeitgeber?

Jeder Dritte pendelt zur Arbeit in einen anderen Kreis. Das sind 25.780 Auspendler. Gleichzeitig kommen 15.480 Beschäftigte, die in einem anderen Kreis wohnen, für ihre Arbeit in den Salzlandkreis. „Viele Menschen finden an ihrem Wohnort keine passende Arbeitsstelle, die zu ihrer Ausbildung oder Qualifikation passt. Deshalb ist Pendeln für sie normal. Oft bleiben die Wege innerhalb eines Landkreises, aber besonders in Grenzregionen ist es üblich, in einem anderen Landkreis oder Bundesland zu arbeiten. Das zeigt, dass es gute regionale und branchenübergreifende Jobmöglichkeiten gibt“, erklärt Anja Huth, Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West.

Pendeln – Licht und Schatten auf dem Weg zur Arbeit

Pendeln ist mehr als nur das Zurücklegen einer Strecke zwischen zwei Orten. Es ist auch eine Zeit, die individuell gestaltet werden kann. Die Pendelzeit wird zunehmend bewusst genutzt. Manche hören Podcasts oder Hörbücher, andere lesen Nachrichten, planen den Tag oder lassen ihre Gedanken einfach schweifen. Für einige wird der Arbeitsweg zu einem Moment der Konzentration, für andere zu einer Gelegenheit, Abstand vom Arbeitsalltag zu gewinnen.
Gleichzeitig kann der Weg zur Arbeit aber auch Stress bedeuten. Staus, Zugausfälle und Verspätungen im Nahverkehr sorgen für Termindruck im Arbeits- und Privatleben. Bei langen Fahrzeiten und -wegen ist das Pendeln mit einem großen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Gerade hier lohnt sich für Pendler ein Blick auf Arbeitsstellen in der Region. So bieten sich Chancen für Unternehmen mit einem attraktiven Arbeitsangebot.
„Bei der Wahl eines Arbeitgebers spielen vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen eine wichtige Rolle.


Arbeitgeber können attraktiver werden, wenn sie das Pendeln erleichtern, z. B. durch Jobtickets oder Fahrrad-Leasing.“, so Huth. „Außerdem ermöglicht die Digitalisierung zunehmend flexibles Arbeiten über größere Entfernungen. Homeoffice reduziert Pendelzeiten und senkt Kosten vor allem in Zeiten hoher Spritpreise.“

Aktuelle Daten der Pendler-Statistik

Pendler im Salzlandkreis sind in den meisten Fällen gut qualifiziert: Drei von vier Auspendlern haben einen anerkannten Berufsabschluss (18.840 Auspendler). Rund 3.160 Auspendler sind Akademiker. Bei den Einpendlern haben sieben von zehn einen anerkannten Berufsabschluss (10.850 Auspendler) und fast jeder Fünfte ist Akademiker (2.890 Auspendler).

Das TOP-Ziel für die 25.780 auspendelnden Salzländer ist die Landeshauptstadt Magdeburg (7.810 Auspendler), gefolgt vom Landkreis Börde (3.280 Auspendler) und dem Landkreis Harz (2.110 Auspendler). Bewohner des Salzlandkreises arbeiten selten in anderen Bundesländern. Das TOP-Ziel hier ist Sachsen. Vor allem die Stadt Leipzig profitiert mit 620 Auspendlern von ihrer günstigen Lage an der A14.

Die meisten Einpendler kommen aus der Landeshauptstadt Magdeburg (3.080 Einpendler), dem Landkreis Harz (2.780 Einpendler) und dem Landkreis Mansfeld-Südharz (1.780 Einpendler).

Die meisten Auspendler arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe (3.910 Auspendler), im Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.330 Auspendler) und im Gesundheits- und Sozialwesen (3.210 Auspendler).
Für die Arbeit in den Salzlandkreis zieht es vor allem Beschäftigte aus den Branchen Verarbeitendes Gewerbe (3.140 Einpendler), Gesundheits- und Sozialwesen (3.090 Einpendler) und Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (2.360 Einpendler).

Hinweis:

Die Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit bildet die Zahl der pendelnden Menschen und ihre Wohn- und Arbeitsorte ab. Pendler sind dabei alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die nicht an ihrem Wohnort arbeiten. Einpendler wohnen nicht an ihrem Arbeitsort, Auspendler arbeiten nicht an ihrem Wohnort.