Stadtwerke als starker kommunaler Partner

Offizielle Inbetriebnahme des modernisierten BHKW

Drückten gemeinsam auf den Buzzer zum Start der Motoren (v.l.): Thomas Bolz, Armin Willingmann, Julia Teige und Bert Knoblauch.

Nach nur zehn Monaten Bauzeit und einem erfolgreichen Probebetrieb in den vergangenen Wochen wurde das mit neuen Modulen ausgestattete Blockheizkraftwerke (BHKW) der Stadtwerke Schönebeck GmbH am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen. Den Startschuss für die effiziente Strom- und Wärmeversorgung im Standort Schwarzer Weg gaben Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Prof. Dr. Armin Willingmann, Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch und die Geschäftsführerin der Stadtwerke GmbH, Julia Teige.

"Mit dem modernisierten BHKW setzen die Stadtwerke konsequent auf Effizienz bei der Strom- und Wärmeerzeugung und tragen so dazu bei, dass die Rechnung für die Haushalte und Unternehmen gerade in Zeiten hoher Energiepreise kleiner ausfällt. Effizienz ist der erste wichtige Schritt für eine erfolgreiche und zugleich bezahlbare Wärmewende. Der zweite Schritt wird langfristig die klimaneutrale Versorgung sein. Die Stadtwerke Schönebeck zeigen mit diesem Projekt einen ebenso konsequenten wie pragmatischen Weg der Transformation auf", betonte Willingmann.

Über ein Leitungsnetz von knapp 19 Kilometern sowie rund 270 Hausanschlussstationen werden aus dem BHKW heraus rund 7.000 Privat-, Gewerbe- und Industriekunden versorgt. Das Kraftwerk erzeugt zukünftig rund 30 Millionen Kilowattstunden Strom und 55 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Es erfolgte die inzwischen zweite Erneuerung der bestehenden drei Module. Diese wurden durch neue Module der Firma Innio Jenbacher GmbH & Co KG mit einer Leistung von je 2 Megawatt ersetzt. Zusätzlich erfolgte die Installation eines neuen vierten Moduls mit gleicher Leistung. Ein Modul, bestehend aus einem Gasmotor und einem Generator, bringt es dabei im Leerzustand auf 22,3 Tonnen Gewicht. Befüllt mit Kühlwasser und Schmierstoffen sogar auf 25,5 Tonnen.

"Als Stadt tragen wir Verantwortung - für heutige und für kommende Generationen. Diese Verantwortung nehmen wir ernst, indem wir investieren statt abzuwarten - indem wir modernisieren statt zu verwalten. Und indem wir unsere kommunalen Unternehmen stärken anstatt sie aus der Hand zu geben", sagte Knoblauch.

Die neuen Motoren können modular betrieben werden. Jeder einzelne Motor hat eine Leistung von 2.800 PS. Damit liefert das BHKW insgesamt 8,2 MW elektrische und 9,5 MW thermische Leistung für die Auskopplung von Fernwärme. Neben regulärem Erdgas können die neuen Module zukünftig auch Biomethan oder anteilig Wasserstoff verwenden. Insgesamt haben die Stadtwerke am Standort acht Millionen Euro in die neue Technik investiert. "Besonders stolz sind wir darauf, dass das Projekt planmäßig und innerhalb des vorgegebenen Investitionsrahmens umgesetzt wurde", freut sich Julia Teige. Um die Wirtschaftlichkeit am Standort zu maximieren, haben die Stadtwerke in den Jahren 2022 und 2023 zudem erfolgreich an KWK-Ausschreibungen teilgenommen.

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bezeichnet die gleichzeitige Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme. In dem BHKW wird der Brennstoff Gas verbrannt, um mechanische Energie zu erzeugen, die anschließend in elektrischen Strom umgewandelt wird. Die dabei entstehende Abwärme wird über die Rohrleitungen für Heizzwecke, die Warmwasseraufbereitung und industrielle Prozesse genutzt. Dadurch erhöht sich der Gesamtwirkungsgrad der Anlage auf mehr als 90 Prozent.

Neben der Erneuerung der Module wurden auch die Niederspannungs-Hauptverteilung und die Mittelspannungs-Schaltanlage erneuert. "DAs erlaubt uns in Zukunft einen Inselnetzbetrieb im Krisenfall. Sollte der Strom einmal komplett ausfallen, können wir aus dem BHKW heraus Teile des Schönebecker Mittelspannungsnetzes aufrecht erhalten und versorgen", sagte Julia Teige.