Radwegausbau zwischen Grünewalde und Elbenau vereinbart

Landrat und Oberbürgermeister unterzeichnen die Kommunalvereinbarungen und beenden alten Rechtsstreit um Kreisumlage

Landrat Markus Bauer und Oberbürgermeister Bert Knoblauch bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

Neu ausgebaute Radwegverbindungen statt alter gerichtlicher Auseinandersetzungen um die Kreisumlage: Der Salzlandkreis hat sich mit der Stadt Schönebeck (Elbe) auf den Bau eines Radwegs entlang der Kreisstraße 1296 zwischen Elbenau und Grünewalde geeinigt und mit der Stadt Güsten, den verbindenden Wipper-Radweg zwischen Güsten, Amesdorf, Warmsdorf und Giersleben abschnittsweise neu- und auszubauen. Der Kreistag stimmte bereits im März den ausgehandelten Vergleichen als Teil der Beschlüsse zur Beilegung der Rechtsstreite zu.

„Wir blicken jetzt nach vorn und gemeinsam gestalten wir unseren Wohn- und Wirtschaftsstandort, im Einvernehmen mit den Kommunen und für die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Landrat Markus Bauer in Bernburg. „Mit den beiden Vereinbarungen, die wir heute unterzeichnen, trägt der Salzlandkreis aktiv bei, moderne Mobilität auf dem Land weiter zu pushen, ganz im Sinne unserer Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030.“ Der Landrat betonte, die geplanten Radwege seien sowohl für den täglichen Radverkehr als auch die touristische Entwicklung wichtig. „Beide Projekte zeigen, dass der ländliche Raum zwischen Halle und Magdeburg Chancen bietet.“

Landrat Markus Bauer begrüßte am Mittwoch zur Unterzeichnung der mit Schönebeck und Güsten ausgehandelten Kommunalvereinbarungen Oberbürgermeister Bert Knoblauch sowie Bürgermeister Michael Kruse im Landratsamt in Bernburg. Nacheinander setzten sie ihre Unterschriften unter die jeweiligen Kommunalvereinbarungen. Für beide Projekte übernimmt der Salzlandkreis die Umsetzung und Finanzierung und hat bereits die nötigen Fördermittel beantragt. Nach bisheriger Kostenschätzung könnten somit weitere rund 4,2 Millionen Euro in das regionale Radwegenetz investiert werden. Gebaut werden soll in den Jahren 2028/29.

Mit der Stadt Schönebeck ging es in den vorangegangenen Verhandlungen um die offenen Klagen gegen endgültige Kreisumlagebescheide für die Jahre 2019 und 2022 – Gesamtstreitwert rund eine Million Euro. Sie endgültig beizulegen, sieht der beiderseitige Vergleich nun vor, zur Verbesserung des regionalen Radwegenetzes einen straßenbegleitenden Radweg entlang der Kreisstraße 1296 über die knapp zwei Kilometer zwischen Elbenau und Grünewalde zu bauen. Die derzeitige Kostenschätzung für das Projekt samt Planung liegt bei fast 1,3 Millionen Euro. OB Bert Knoblauch sagte dazu: „Wir schaffen damit einen sichereren Weg für den Radverkehr in der Region und setzen weitere Impulse für eine touristische Entwicklung.“ Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Rechtstreitigkeiten mit der Vereinbarung endlich beendet werden können.

Die erforderlichen Förderanträge für den Bau des Radwegs wurden von der Kreisverwaltung bereits gestellt; höchstmögliche Förderquote sind 90 Prozent. Allerdings liegt noch kein Bescheid vor. Die notwendigen Eigenmittel wird der Salzlandkreis übernehmen, auch bei Kostensteigerung, und hat bereits die  Planungsleistungen ausgeschrieben. Das Vorhaben in Schönebeck ist mit einigen Herausforderungen verbunden, denn es berührt Schutzgebiete, Wald muss umgewandelt werden. Nach der Fertigstellung trägt der Salzlandkreis die Straßenbaulast für den Teil des Radweges an der freien Strecke zwischen Elbenau und Grünewalde, für den Teil in Grünewaldes Ortslage übernimmt sie die Stadt Schönebeck. Läuft alles nach Plan, soll 2028/2029 gebaut werden.

Auch ein Klageverfahren mit der Stadt Güsten zum Kreisumlagebescheid 2017 war noch nicht final entschieden. Dabei ging es zuletzt noch um 1,26 Millionen Euro, für die nach einer einvernehmlichen, außergerichtlichen Lösung gesucht wurde. Gefunden haben sie Salzlandkreis und Stadt im Aus- und teilweise Neubau des Wipper-Radweges auf rund drei Kilometer von Güsten bis zur Gemarkungsgrenze Giersleben, wobei der Salzlandkreis als Projekt- und Vorfinanzierungsträger der Gesamtmaßnahme fungiert, wenn die möglichen Fördermittel fließen. Güstens Bürgermeister Michael Kruse sagte, er sei froh, dass es bald losgeht. „Es bestand immer der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger, eine verlässliche Verbindung zwischen Amesdorf und Warmsdorf zu erhalten.“

Für die Arbeit in drei Teilabschnitten - von der Wipperstraße in Güsten nach Amesdorf, mit Neubau einer Wipperbrücke, von Amesdorf nach Warmsdorf und Warmsdorf bis Giersleben - wird der Investitionsaufwand auf über 2,9 Millionen Euro geschätzt. Der Salzlandkreis wird sich auch finanziell mit 180.000 Euro beteiligen. Der Salzlandkreis, die Stadt Güsten sowie die Gemeinde Saale-Wipper bilden eine planungsbegleitende Arbeitsgruppe. Nach Fertigstellung behält bzw. übernimmt die Stadt Güsten die Straßenbaulast für alle Radwegabschnitte.