Im Kurpark wird wieder gezapft

Trinkbrunnen nach mehr als 2 Jahren Schließzeit wieder offen

Trinkbrunnen im Kurpark.

Nach der unerwarteten Schließung im April 2024 gibt es erfreuliche Nachrichten: Der Trinkbrunnen des SOLEPARKs ist wieder geöffnet. Seit dem Jahr 2009 erfolgt die Zulassung der Bad Salzelmener Sole als Arzneimittel durch das Landesverwaltungsamt für Arzneimittel- und Apothekenwesen in Halle/Saale, welche zudem die Herstellungserlaubnis der Sole einschließt. Die hohe Qualität wird durch moderne Technik sowie die monatliche Überprüfung durch die gesetzlich vorgeschriebene sachkundige Person nach § 14 AMG für den Heilwasserbereich durchgeführt. Letztere steht nun wieder zur Verfügung und so erhielt am Dienstag, den 8. September der SOLEPARK dann das langersehnte Freigabeprotokoll. Die Trinksole wird ab sofort wieder täglich von 8 bis 17 Uhr ausgegeben.

Was ist Trinksole?

Die heilende Wirkung von Natriumchlorid haltigen Wässern hat sich in unserem Leben schon weitestgehend verinnerlicht, denn nur so kann man den immer steigenden Konsum von Mineralwässern erklären. Für fast jeden ist es selbstverständlich geworden, ein Wasser zu sich zu nehmen, um seinen Körper wieder mit Flüssigkeit und Mineralstoffen zu versorgen. 

Ähnlich ist es auch mit dem salzigeren Wasser - der Sole. Nicht erst seit Dr. Tolberg ist die belebende Wirkung der Sole für den Stoffwechsel des Verdauungssystems bekannt. Die Sole bewirkt im Magen-Darm-System eine Steigerung der Sekretbildung der Verdauungsdrüsen. In der von uns abgegebenen Konzentration regt sie die Peristaltik des Darms an.

Mit einer Trinkkur kann man langfristig auf natürliche Weise die Normalisierung einer gestörten Verdauungsfunktion bewirken. Diese Indikation ist heute die entscheidendste, denn anders als zu "Tolberg's Zeiten" müssen wir selten unsere Sole als Heilmittel bei "...Verschleimung des Unterleibes,... bei Würmern,..." und anderen typischen Krankheiten des 19. Jahrhunderts einsetzen. Auch brauchen wir uns keine Gedanken machen, ob durch einen übermäßigen Genuss der Sole "Skorbut" bei den Patienten ausbrechen könnte.

Dr. Tolberg empfahl 1822 zwei, höchstens drei Gläser Sole (0,1 l) pro Tag, aber immer erst nach dem Solebaden. Die heute im Trinkbrunnen ausgeschenkte Sole hat eine Salzkonzentration von 0,8 Prozent. Sie stammt aus der 8-prozentigen "Erlenquelle" und wird zum Trinken mit Quellwasser versetzt.