Feldbrand in Schönebeck

77.500 Quadratmeter in Flammen / Fast 200 Personen im Einsatz

Der Feldbrand von oben.

Am Sonntagnachmittag gab es über Schönebeck (Elbe) eine riesige Rauchwolke. Ein Feldbrand nahe des Stadtteils Felgeleben breitete sich schnell aus und drohte auf mehrere Gebäude überzugreifen. 194 Personen waren im Einsatz und verhinderten bis spät in die Nacht Schlimmeres.

Um 15.25 Uhr ging der Alarm in der Leitstelle ein: Feldbrand im Bereich des Triftweges, hinter dem Sportplatz der Wohnsportgemeinschaft (WSG) 10. Um 15.33 Uhr waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Alarmiert wurden die Feuerwehren Felgeleben, Bad Salzelmen und Schönebeck. Nachgefordert wurden Pretzien/Plötzky und Barby. Später folgten Kräfte aus Elbenau, Calbe, Biere, Kleinmühlingen/Zens, Großmühlingen, Eickendorf. Die Einsatzkräfte bekämpften sowohl den Brand auf dem Feld als auch auf dem angrenzenden Grundstück, da die Flammen auf das Gebäude überzugreifen drohten. Es mussten ein Bewohner mit Rauchgasverletzung dem Rettungsdienst übergeben und mit Kaninchen, 3 Katzen, 1 Hund und 2 Pferden unterschiedlichste Tiere evakuiert werden. Diese wurden vorerst im Tierheim untergebracht, die Pferde tierärztlich behandelt.

Der teils starke Wind sowie die starke Rauchentwicklung erschwerten die Brandbekämpfung zusätzlich. So wurde der Brand auf das Wohngebiet zugetrieben. Durch die Trockenheit hatte er große Nahrung. Zudem konnte nur mit Atemschutz vorgegangen werden, für den es einer gesonderte Ausbildung bedarf. Ein Kamerad wurde zwischenzeitlich durch den Rettungsdienst behandelt, konnte aber weiterarbeiten.

In der Zwischenzeit erfolgte auch eine Warnung über die Warn-App NINA. „Glücklicherweise sind weder Mensch noch Tier zu größerem Schaden gekommen“, sagte Stadtwehrleiter Daniel Schürmann. Insgesamt waren die Feuerwehrleute bis in die Abendstunden im Einsatz. Das Ende der ersten Nachbereitung belief sich auf 2 Uhr morgens.

Am Ende ergab sich ein größeres Schadensbild. Insgesamt brannte eine Fläche von etwa 77.500 Quadratmetern, dazu ein Wohngebäude, Nebengelasse und zwei PKW. Ein Übergriff auf die angrenzenden Grundstücke und die Wohnhäuser an der Quedlinburger Straße wurde verhindert. „Danke für den schnellen und beherzten Einsatz aller Feuerwehren, sodass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte der stellvertretende Oberbürgermeister Uwe Scholz. „Die Koordination und die Zusammenarbeit aller Wehren hat sehr gut funktioniert. Vielen Dank an die Wehren aus Schönebeck und den umliegenden Gemeinden“, betonte Daniel Schürmann.

Beteiligt waren auch der städtische Bauhof, der mit seiner Bautechnik herabgefallene Teile beseitigte und Arbeitsraum geschaffen hatte. Das THW besitzt spezielle Räumtechnik, die auch für Brandeinsätze ausgelegt ist. Der Radlader des THW barg große Mengen an Stroh und Holz, die in Brand geraten waren und anschließend abgelöscht werden konnten. Mithilfe einer Drohne des Arbeitersamariterbundes wurde die Einsatzfläche schließlich noch einmal überflogen, um eventuelle Glutnester ausfindig zu machen sowie einen Überblick über den gesamten Schadensbereich zu verschaffen.

Da der Einsatz an einem Sonntag stattfand, war es schwierig, für die Einsatzkräfte die Versorgung vollumfänglich zu gewährleisten. Die Feuerwehren wurden zwar durch die eigenen Kameraden versorgt, zusätzlich sprangen viele Bürgerinnen und Bürger zur Seite, stellten unter anderem Getränke zur Verfügung. „Für diese Unterstützung möchten wir uns ganz herzlich bedanken“, so Schürmann.