Fachkräftemangel verändert Blick auf Arbeit im Rentenalter

Zahl der arbeitenden Rentner Salzlandkreis hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht

Bundesagentur für Arbeit

„Der Arbeitsmarkt verändert sich spürbar. Ältere Menschen bleiben länger aktiv und bringen wertvolle Erfahrung mit“, erklärt Anja Huth, Chefin der Arbeitsagentur Sachsen-An-halt West. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen Beschäftigte im Renten-alter für viele Betriebe an Bedeutung.“

Immer mehr Rentnerinnen und Rentner im Salzlandkreis gehen auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze einer Beschäftigung nach. Im vergangenen Jahr arbeiteten 2.122 Frauen und Männer über der Regelaltersgrenze in einer sozialversicherungspflichtigen oder geringfügigen Beschäftigung. Damit lag der Anteil der arbeitenden Rentner im Landkreis Harz bei 3,3 Prozent an allen Beschäftigten.

Zum Vergleich: Bundesweit betrug der Anteil 3,8 Prozent, in Ostdeutschland 3,4 Prozent. Die Anzahl der arbeitenden Rentner hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich erhöht. Im Jahr 2015 waren 1.294 Alternsrentner beschäftigt.

Ein Grund für diese Entwicklung ist der Fachkräftemangel
„Für zwei Beschäftigte, die in den Ruhestand wechseln, rückt nur ein junger Mensch auf den Arbeitsmarkt nach“, sagt Anja Huth. Gleichzeitig entscheiden sich mehr Menschen im Ruhestand bewusst dafür, weiterzuarbeiten. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung spielen dafür vor allem soziale und persönliche Motive wie Freude an der Arbeit oder der Wunsch nach einer sinnvollen Auf-gabe eine zentrale Rolle. Mehr als zwei Fünftel aller Befragten gaben zudem finanzielle Gründe für ihre Erwerbstätigkeit im Ruhestand an.

Mehr Männer als Frauen arbeiten im Rentenalter
Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 1.174 Männer im Rentenalter einer Beschäftigung nach. Davon arbeiteten 877 als Minijobber, was einem Anteil von 75 Prozent entspricht. Besonders häufig waren Männer in den Bereichen Fahrzeugführung im Straßenverkehr, Lagerwirtschaft und Zustelldienste sowie Gebäudetechnik tätig.
Auch 948 Frauen im Rentenalter waren im Salzlandkreis erwerbstätig. 744 von ihnen waren Minijobberinnen, was einem Anteil von 78 Prozent entspricht. Frauen waren vor allem im Büro- und Sekretariatsbereich, als Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen sowie in der Reinigung tätig.