Erinnerung ist ein Auftrag für Gegenwart und Zukunft

Veranstaltungsreihe „SCHALOM: Jüdisches Leben in Schönebeck damals und heute“ im Salzlandmuseum eröffnet

Schülerinnen der Kreismusikschule "Béla Bartók" eröffneten den Abend.

Mit der Eröffnung der Veranstaltungsreihe „SCHALOM – Jüdisches Leben – damals und heute in Schönebeck (Elbe)“ wurde am gestrigen Dienstag im Salzlandmuseum ein Zeichen für Erinnerung, Aufklärung und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Die Reihe ist Teil der Interkulturellen Woche und widmet sich der Geschichte jüdischen Lebens in Schönebeck ebenso wie seiner Bedeutung in der Gegenwart. Teil der Veranstaltung war ein Vortrag von Dr. Hilmar Steffen, stellvertretender Leiter der Verfassungsschutzbehörde Sachsen-Anhalt, zum Thema Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt.

Oberbürgermeister Bert Knoblauch betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Erinnerungskultur und des gemeinsamen Engagements gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit: „Jüdisches Leben gehört nicht nur zu unserer Geschichte, sondern auch zu unserer Gegenwart. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Erinnerung an das begangene Unrecht wachzuhalten und zugleich jüdisches Leben in seiner Vielfalt sichtbar zu machen. Veranstaltungen wie diese schaffen Raum für Begegnung, Austausch und Verständnis. Sie helfen, Vorurteile abzubauen und deutlich zu machen, dass Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.“

Die Geschichte jüdischer Familien und Persönlichkeiten ist auch ein Teil der Schönebecker Stadtgeschichte. Die Novemberpogrome 1938, die Zerstörung der Synagoge in der heutigen Republikstraße sowie die Verfolgung, Deportation und Ermordung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger markieren ein dunkles Kapitel, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Auch die vor 15 Jahren erstmals in Schönebeck verlegten Stolpersteine erinnern an 79 jüdische Menschen, die verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden.

Die Veranstaltungsreihe wird von zahlreichen Partnern getragen. Neben dem Salzlandkreis und der Stadt Schönebeck (Elbe) beteiligen sich das Bildungszentrum Rückenwind, das Julius-Schniewind-Haus, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schönebeck, der CVJM Schönebeck sowie das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium und die Sekundarschulen „Am Lerchenfeld“ und „Maxim Gorki“. Ihr gemeinsames Engagement zeigt, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und gesellschaftlichem Zusammenleben gestaltet werden kann.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am Donnerstag, 19. November 2026, um 18 Uhr ein Leseabend in der AWO-Kita „Elbkrabben“. Unter dem Titel „Geschichten, die verbinden – ein Leseabend zu jüdischem Leben“ wird dort jüdische Kultur auf erzählerische Weise vermittelt. Gleichzeitig wird das Projekt „Eine Prise Demokratie“ der Partnerschaft für Demokratie vorgestellt.

Die Veranstaltungsreihe verdeutlicht: Erinnerung ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit. Sie ist zugleich ein Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft – für ein respektvolles Miteinander, demokratische Werte und eine Gesellschaft, in der Vielfalt selbstverständlich sein sollte.