Die Familie ist am wichtigsten

Rita und Dieter Mrozek feiern Eiserne Hochzeit

RitaDieterMrozek ©Stadt SchönebeckRitaDieterMrozek ©Stadt Schönebeck

Rita und Dieter Mrozek haben nicht auf ihr Umfeld gehört. „Damals“, sagt die 85-Jährige, „als wir geheiratet haben, hatten wir einen Strauß mit Callas-Blumen. Uns wurde gesagt, dass es Totenblumen sind und sie uns kein Glück bringen.“ Ihr Mann lacht. „Ja, denen haben wir es aber gezeigt“, scherzt der 90-Jährige, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Juni die eiserne Hochzeit feiern durfte. „65 Jahre gemeinsam verheiratet, das ist eine tolle Leistung. Dazu gratuliere ich ganz herzlich“, sagte Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch.

Die beiden in Felgeleben Geborenen lernten sich anno 1953 beim Tanz im Jägerhof kennen – auf der östlichen Elbseite. „Damals gab es keine Brücke über die Elbe. Da fuhr noch eine Fähre. Wer um zwölf Uhr nicht dort war, kam nicht mehr rüber“, erinnert sich die ehemalige Frisörin. Dieter Mrozek war ganz Gentleman. Er sorgte dafür, dass Rita pünktlich an der Fähre und damit schließlich zuhause war. Traditionsbewusst bat er vor der Verlobung erst bei den Eltern seiner Rita um die Hand der Tochter. Das hinterließ einen positiven Eindruck, 1,5 Jahre später wurde geheiratet. Anschließend „sind wir ins Haus der Schwiegereltern gezogen“, berichtet der gelernte Stellmacher.

Alle unter einem Dach – sorgt das nicht für Spannungen? „Nein“, betont der Fußballfan, der früher samstags auf dem Fußballplatz zu finden war. Inzwischen ist er zu Sportsendungen im Fernsehen übergegangen. „Die Familie war uns immer wichtig. Wir haben uns immer verstanden.“ Das haben die Beiden an ihre drei Kinder weitergegeben. Mit den inzwischen fünf Enkeln und zehn Urenkeln „gibt es keine Streiterei. Wir sind uns immer einig. Da freuen wir uns am meisten drüber“, betont Felgeleberin.

Gemeinsam haben sie in den vergangenen 65 Jahren viel erlebt. Genauso lange hatten sie ihren Garten in der Laubenkolonie „Otto Kresse“. „Das ist unsere Oase gewesen. Und der Garten hat uns dazu verpflichtet, vors Haus zu treten, man hatte immer einen Grund rauszugehen, musste sich aufraffen. Aber inzwischen geht es gesundheitlich nicht mehr, da mussten wir ihn leider abgeben.“

Zudem liebten die Beiden das Reisen. Mit dem Bus beispielsweise „sind wir viel rumgekommen“. Vor kurzem gab es für einen Enkelbesuch beispielsweise eine Fahrt in die Schweiz. „Wir zwei waren immer zusammen und damit immer glücklich“, sagt Rita Mrozek und lächelt ihren Mann an. Der nickt und lächelt zurück. Und im Hintergrund steht ein Callas-Strauß.