Berufsschule heißt "Otto Allendorff"

Feierliche Namensgebung in Schönebeck (Elbe)

mannob ©Stadt Schönebeck (Elbe)

Die Berufsbildenden Schulen in Schönebeck (Elbe) warten seit dem 1. August 2022 mit einem neuen Namen auf. Nach der feierlichen Weihe darf sie sich nun „Otto Allendorff“ nennen – diese fand passend am Namenstag am 22. September statt. „Ein Name schafft Identität und Verbundenheit“, betonte Direktorin Astrid Mann in Ihrer Festrede.

„Wir wollten nicht mehr die Schule bei McDonald’s heißen“, schmunzelte Astrid Mann. Bereits im Jahr 2015 gab es eine innerschulische Ausschreibung. Um den Schulen einen Namen zu geben. „Diese blieb aber ohne Mehrheit.“ Der ehemalige Schulleiter, Ronald Rumpf, war daraufhin in Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern, darunter auch Frank Schiwek. Alsbald fiel der Name Otto Allendorff. Daraufhin berichtete Ururenkel Friedrich Allendorff an den Berufsbildenden Schulen über das Wirken seiner Vorfahren, das bei den Schülerinnen und Schülern großes Interesse hervorrief. „Vor allem sein Engagement im gewerblich-technischen als auch gesundheitlichen und sozialen Bereich“, betonte Astrid Mann.

Die Allendorffs stammen ursprünglich aus dem Rheingau, ein Teil wanderte in den Norden. Um 1800 kamen sie im Schönebecker Stadtteil Grünewalde an. Zehn Jahre später gab es in einer Brauerei das erste Bier. Das familiäre Unternehmen wurde um Zuckerfabriken und eine Dampfziegelei am Hummelberg erweitert. Die Gründerfamilie war sich trotz des starken Wachstums in der Gründerzeit ihrer sozialen Verantwortung bewusst, vor allem seiner Angestellten gegenüber. Otto Allendorff errichtete die erste „Kinderverwahranstalt“, gründete später eine Stiftung, von der Stadt und Region profitierten, beispielsweise durch den Bau eines Freibades.

Friedrich Allendorff, gebürtiger Berliner, lebte jahrelang in Schweden und hat nun in Schönebeck eine neue Heimat gefunden. Er engagiert sich im Förderverein, der den Hummelberg-Turm wieder herrichten möchte. Über die Auszeichnung, dass die Schule nun den Namen eines seiner Vorfahren trägt, freute er sich besonders. „Ich danke dem Schülerrat, dass er sich so dafür eingesetzt hat.“

Glückwünsche gab es von Oberbürgermeister Bert Knoblauch: „Mit dem Unternehmertum, dem Gründergeist und den sozialen Gedanken, die mit diesem Namen verbunden sind, sehr gut identifizieren. „Die Berufsbildenden Schulen sind ein Aushängeschild der Stadt und immens wichtig, dass junge Menschen bei uns in der Stadt und der Region bleiben.“