Grundschulen Dr. Tolberg und Karl Liebknecht fusionieren 2027
Stadtrat beschließt Fortschreibung der Schulplanung mit dann vier Bezirken
Der Stadtrat der Stadt Schönebeck (Elbe) hat auf seiner 13. Sitzung die Fortschreibung der städtischen Schulplanung beschlossen. Damit werden die Grundschule „Karl Liebknecht“ und die Grundschule „Dr. Tolberg“ zum 31. Juli 2027 zu einer gemeinsamen Grundschule zusammengeführt. Ab dem 1. August 2027 wird die bisherige Grundschule „Karl Liebknecht“ als Hauptstandort der gemeinsamen Schule weitergeführt. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet die Zusammenführung zunächst keine Veränderung des Schulbetriebs. Das bisherige Schulgebäude der Grundschule „Dr. Tolberg“ wird weiterhin als Schulstandort genutzt. Während der Sanierung der Grundschule „Karl Liebknecht“ dient es als Nebenstandort. Erst wenn die Sanierung abgeschlossen ist, wird der Schulbetrieb vollständig am Hauptstandort „Karl Liebknecht“ gebündelt. Ein genauer Zeitplan für die Sanierung wird in den weiteren Verfahrensschritten erarbeitet.
Oberbürgermeister Bert Knoblauch nahm teils kritischen Nachfragen zu Sanierung und Finanzierung sogleich den Wind aus den Segeln: „Dies ist ein zukunftsorientierter Beschluss. Die Maßnahme sollte möglichst 2030/31 abgeschlossen sein. Es besteht kein großer Sanierungsbedarf an der Liebknechtschule, die Sanitäreinrichtungen wurden vor kurzem erst verbessert, das Gebäude an sich ist in gutem Zustand. Es geht dabei unter anderem um die Nachrüstung eines Fahrstuhls, Sanierung der Sporthalle und Optimierung der Klassenräume.“
Grund für die Fortschreibung der Schulplanung sind insbesondere die deutlich zurückgehenden Schülerzahlen und der damit verbundene Überhang an vorhandenen Unterrichtsräumen. Die Geburtenzahlen in Schönebeck haben sich innerhalb von fünf Jahren von 231 Kindern im Jahrgang 2019/20 auf 138 Kinder im Jahrgang 2024/25 verringert – ein Rückgang von rund 40 Prozent. Auch bei den Schülerzahlen der städtischen Grundschulen wird ein weiterer Rückgang erwartet. Von 993 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2025/26 wird die Zahl voraussichtlich auf 798 im Schuljahr 2031/32 sinken. Gleichzeitig stehen an den sechs städtischen Grundschulen derzeit 68 Unterrichtsräume zur Verfügung. Nach den aktuellen Planungen werden künftig lediglich etwa 41 bis 46 Räume benötigt. Damit besteht ein deutlicher Überhang an Schulräumen.
Eine weitere Rolle spielt der bauliche Zustand der Grundschule „Dr. Tolberg“. Das Gebäude weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Angesichts der rückläufigen Schülerzahlen und der vorhandenen Raumkapazitäten wäre eine umfassende Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich nicht sinnvoll. Stattdessen soll die Grundschule „Karl Liebknecht“ saniert und langfristig als Hauptstandort der gemeinsamen Schule genutzt werden. Das Gebäude der ehemaligen Grundschule „Dr. Tolberg“ ermöglicht dabei während der Bauphase einen geordneten Schulbetrieb.
Die Zusammenführung wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den betroffenen Schulen, den Elternvertretungen und dem Landesschulamt vorbereitet. Der Stadtelternrat wurde angehört und hat keine Bedenken oder Einwände gegen die geplante Maßnahme geäußert. Auch das Landesschulamt hat mit Schreiben vom 17. Juli 2026 mitgeteilt, dass gegen die Zusammenführung zum 1. August 2027 bei gleichzeitiger Anpassung der Schulbezirke keine Einwände bestehen und die Planung den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Mit dem Stadtratsbeschluss erteilt die Stadt zugleich ihr erforderliches Einvernehmen zur entsprechenden Fortschreibung des Schulentwicklungsplans des Salzlandkreises. Die weiteren formalen Schritte erfolgen nun gemeinsam mit dem Landkreis und dem Landesschulamt.
Wichtig: Die im Beschluss verwendeten Begriffe „Aufhebung“ und „Neueröffnung“ beschreiben ausschließlich den notwendigen verwaltungsrechtlichen Vorgang. Da jede Schule als eigenständige Einrichtung mit eigener Schulnummer geführt wird, muss eine Zusammenführung formal auf diesem Weg erfolgen. Für die Kinder, Familien und Beschäftigten bedeutet dies keinen abrupten Einschnitt in den Schulalltag. Vielmehr wird der bestehende Schulbetrieb geordnet zusammengeführt und langfristig an einem sanierten Hauptstandort gebündelt.




