Befähigungskurs für Hospizbegleiter

Bedarfe auch in und um Schönebeck (Elbe)

MD Hospizbegleitung 02

Am Freitag, 18. Juni 2021, startet der Malteser Hilfsdienst einen Befähigungskurs zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung in Magdeburg. Zur Stärkung der Zerbster und Magdeburger Hospizgruppen, um auch Bedarfe in und um Schönebeck abzudecken, werden Menschen gesucht, die aufgeschlossen und einfühlsam sind und Interesse an einer aktiven Mitarbeit im ambulanten Erwachsenen- und Kinderhospizdienst haben. Besonders angesprochen, werden junge Menschen, die gern in der Hospizarbeit tätig werden möchten. „Für uns ist es eine wichtige Aufgabe, Menschen am Lebensende und ihre Zugehörigen nicht allein zu lassen. Deutschlandweit bilden ehrenamtliche Mitarbeiter die Basis der Malteser Hospizarbeit“, berichtet Gundula Heyn, Koordinatorin des Ambulanten Hospiz- und Trauerbegleitungsdienstes in Zerbst.

Ehrenamt im Ambulanten Hospizdienst?

Schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu begleiten ist ein anspruchsvolles, dankbares und herausforderndes Ehrenamt. Ehrenamtliche Hospizbegleiter führen Gespräche, hören zu, lesen vor, spielen, gehen spazieren oder leisten auch ohne Worte Beistand. Im Mittelpunkt der Begleitung steht immer der gesamte Mensch mit all seinen Bedürfnissen und Wünschen. „Sie sollten bereit sein, sich mit der Thematik Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, ihr eigenes Handeln zu reflektieren sowie circa 8 Stunden monatlich für ihr ehrenamtliches Engagement aufbringen können und Interesse an fachlicher Qualifikation und Weiterbildung haben“, erläutert Gundula Heyn.

Gut vorbereitet für ein Ehrenamt trotz Corona

Im Juni 2021 startet die dreiteilige Qualifikation nach dem Celler Modell „Sterbende begleiten lernen“ am Standort des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentrums im Neustädter Bierweg 15 am Marienstift in Magdeburg. Hier erhalten die Kursteilnehmer die Grundlage, um mit der sensiblen Thematik umgehen zu können. Nach dem Grundkurs folgt eine Praktikumsphase mit Fallbesprechungen. Im Anschluss beginnt dann der Vertiefungskurs. Nach Abschluss des gesamten Befähigungskurses erhalten die ausgebildeten Hospizbegleiter/innen ein offizielles Zertifikat. Falls aufgrund weiterer Lockdownmaßnahmen keine Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden können, sind die Malteser bereits erprobt und führten im aktuellen Kurs Teile der Ausbildung bereits online oder in Telefonkonferenzen durch.

„Dennoch  geht nichts über die Präsenztreffen. Ich bekomme ein Gefühl für jeden Einzelnen, welches nachher für den Einsatz in den Begleitungen immens wichtig ist. Die Ehrenamtlichen lernen sich kennen und ein großes Vertrauensverhältnis innerhalb der Gruppe baut sich auf. Das ist unerlässlich für die weitere Arbeit, die Fallbesprechungen und Supervisionen“, fügt Gundula Heyn hinzu, die gemeinsam mit Antje Schmidt die Ausbildung begleitet.

Grundsätzlich ist die ehrenamtliche Hospizbegleitung gerade während der Pandemie, wenn Menschen auf Abstand gehen müssen, eine enorm wichtige Stütze für sterbende und schwerstkranke Menschen sowie deren Angehörige. Die aktuellen Umstände sind aber eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Sterbebegleitung bei Abstandregeln und Kontaktbeschränkungen sind grundsätzlich schwer zu realisieren. Gundula Heyn weiß: „Hospizarbeit lebt von der Begegnung von Mensch zu Mensch, vom Blickkontakt, vom gemeinsamen Lachen und Weinen, manchmal vom gemeinsamen Schweigen und manchmal vom Händehalten. Daher freuen wir uns auf Interessenten, die mit uns Betroffenen eine lebenswerte Zeit schenken möchten.“ 

Interessenten werden gebeten vor Kursbeginn einen Termin für ein individuelles Vorbereitungsgespräch zu vereinbaren. Hier können Inhalte, Anforderungen und Fragen geklärt werden. Ansprechpartnerin dafür ist Gundula Heyn, Koordinatorin des Ambulanten Hospiz- und Trauerbegleitungsdienstes in Zerbst, unter 03923 6129151, 0170 7144110 oder per E-Mail an Gundula.Heyn@malteser.org.