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Samstag, 22 Sep 2018
Sie sind hier: Start Aktuelles 2018 06 / 2018 Ringheiligtum: Stonehenge-Professor ist begeistert und gräbt weiter
Ringheiligtum: Stonehenge-Professor ist begeistert und gräbt weiter PDF Drucken

ringh_022Wie der oder die (Foto) wohl aussah und lebte? Stonehenge-Experte Prof. Joshua Pollard von der University of Southampton (Bild unten rechts) jedenfalls arbeitet mit Himmelsscheiben-Professor Harald Meller (Bild unten Mitte) aus Halle/Saale am Ringheiligtum Pömmelte bei Schönebeck zusammen. Während die internationalen Studenten dort im Umfeld weitergruben und schon 300 Fundstücke vorweisen können, erläuterten beide Archäologen am Dienstag die aktuellen Ausgrabungen, die im Mai begannen und eine frühbronzezeitliche Siedlung freilegen sollen. Mit mindestens elf Langhäusern handelt es sich um die größte Siedlung der Zeit von 2200 bis 1600 Jahre vor Christus in Sachsen-Anhalt. Pollard bestätigte bei dieser Gelegenheit die mit Stonehenge gleichzusetzende Bedeutung des Ringheiligtums und seines hoffnungsvollen Umfeldes. Zwei gefundene mutmaßliche Gebäude gehören wohl einer noch älteren Siedlungperiode an, die auf das Endneolithikum mit seiner Schnurkeramik (2800-2200 vor Christus) hindeutet. Haben also schon vor knapp 5000 Jahren Menschen während der ausgehenden Jungsteinzeit in der Region des heutigen Schönebecks gesiedelt?! Noch ist offen, in...

ringh_010welchem Verhältnis das Ringheiligtum zu der sich jetzt in Freilegung befindenden Großsiedlung steht. Auch Erkenntnisse über das noch zu gestaltende und weiter zu erforschende Ringheiligtum Schönebeck, welches sich in 1,2 Kilometer Entfernung befindet, erhoffen sich die deutschen und englischen Forscher. Meller, der gerade aus Hallein in Österreich zurückkam, wo er das Kupfer der von ihm zurückerkämpften Himmelsscheibe von Nebra als von dort kommend identifizierte, spricht von ersten Steppenreiter-Zelten, die man sensationellerweise in unmittelbarer Nähe des Ringheiligtums Pömmelte nachweisen konnte, „die ersten Einfamilienhäuser“ der Welt. Und: „Wir alle haben dieses Steppen-Gen der Menschen, die hier lebten und sich von blutigen Ritualen hin zu religiösen Gemeinschaften entwickelten mit Oberhäuptern, so dass man gewissermaßen von einem frühesten „Staat“ sprechen kann.  Der Experte nennt die Anlage in „Sichtweite von Schönebeck“ enthusiastisch sogar das „Silicon Valley der Vorgeschichte“. Kulturstaatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger gefällt das alles sehr: „Wir haben hier bei Pömmelte-Schönebeck noch viel vor, es werden sich  Menschen aus allen Himmelsrichtungen für das Ringheiligtum und sein engeres und weiteres Umfeld interessieren, tun es jetzt schon.“ Auch Landrat Markus Bauer lobt die exzellente Zusammenarbeit mit den Briten, der Salzlandkreis lebe so die Internationalität.

ringh_005Und er konstatiert steigende Besucherzahlen. Seit Mai 2018 führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt archäologische Untersuchungen im Umfeld des Ringheiligtums Pömmelte durch. Das faszinierende, mehr als 4.000 Jahre alte Monument aus der ausgehenden Jungsteinzeit und beginnenden Frühbronzezeit wurde aufgrund seiner großen Bedeutung nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern in den vergangenen Jahren auch wieder errichtet und erfreut sich seit seiner feierlichen Eröffnung am 21. Juni 2016 größter Beliebtheit. Die jetzigen Untersuchungen finden in Kooperation mit dem Salzlandkreis, der Kloster Bergeschen Stiftung, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie der University of Southampton statt.