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Montag, 22 Okt 2018
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Arbeitsgruppe (2) Grundwasser berichtet über Projektstand PDF Drucken

"Der Fahrplan steht", sagten am Mittwoch Prof. Frido Reinstorf (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase zum aktuellen Projektstand der Arbeitsgruppe (2) Grundwasser, die sich mit Perspektiven für das Gebiet Schönebeck und Umgebung bezüglich des Vernässungsproblems befasst. Gemeinsam Dr. Ekkehard Wallbaum vom Landwirtschafts- und Umweltministerium und Henrik Scheffler von der Bauverwaltung (Grundwassermanagement) wurde Auskunft über sich aus der bisherigen Diskussion herauskristallisierende, mögliche Maßnahmen gegeben (siehe unten).  Nach umfangreichen Messungen und Datenerfassungen verschiedenster Quellen konnten nun durch die Hochschule zwei geeichte Computermodelle (Grundwasser und Wasserhaushalt) entwickelt werden, die schließlich eine Simulierung einzelner Maßnahmen hinsichtlich ihrer Effekte auf den Grundwasserstand bzw. auf die Grabensysteme möglich machen. Grundlage der Computermodelle bildeten unter anderem ...

die erfolgten Stichtagsmessungen. Ebenfalls untersucht werden die Einflüsse und Wechselwirkungen mit den Vorflutern Elbe und Saale. Das Untersuchungsgebiet - Modellumring genannt - umfasst den kompletten Elbe-Saale-Winkel zwischen Schönebeck, Barby, Calbe, Großmühlingen und etwas weiter westlich liegenden Bereichen, hat jedoch die Stadt Schönebeck im vordringlichen Fokus. Modelliert und präzise dargestellt wurden in diesem Einzugsgebiet gewisse Zehrgebiete (Grundwasserabsenkung u. a. durch Verdunstung) im westlichen Bereich und die zum Teil hinlänglich bekannten Bereiche der Grundwasserneubildung besonders in und nahe der Stadt Schönebeck.
Die nun vorliegenden und zum Teil bereits veröffentlichten Vorschläge konkreter Maßnahmen bilden die Grundlage und sind richtungsweisend für die weiteren Arbeiten im Projekt. In den folgenden Projektschritten werden diese geprüft, wobei genaue Erkenntnisse über Dimensionierung und genaue örtliche Lage der Einzelmaßnahmen erarbeitet werden. Die zusammenhängende Berechnung, Prüfung und Bewertung der vorliegenden Varianten soll Ende Mai dieses Jahres abgeschlossen werden, um dann zu einer gewissen Präferierung und der Entwicklung einzelner Kostenpläne gelangen zu können. Die im Folgenden genannten Maßnahmen stellen den aktuellen Stand der Diskussion dar. Keine dieser Maßnahmen ist beschlossen. Es sind zunächst nichts weiter als technische Vorschläge. Hier nicht zur Debatte stehen die zu klärenden rechtlichen und finanziellen Fragen. Ergänzende Vorschläge und Ratschläge zu den folgenden Maßnahmen sind jederzeit willkommen.
M 1: Abfanggraben entlang der B246a (fest)  und Tiefendrainage (variabel)
Hier handelt es sich um eine Maßnahme, die v.a. dem Schutz der Ortsteile Felgeleben, Sachsenland und Streitfeld dient. Die Funktion eines Abfanggrabens soll in der Aufnahme eines Teils des aus südlicher Richtung auf die Stadt SBK zuströmenden Wassers liegen. Zwei Funktionen könnte der Graben erfüllen: a) die Aufnahme eines Teils des durch den Sol- und Randelgraben in die Stadt geführten Wassers, so dass in diesem Grabensystem Kapazitäten innerhalb der Stadt frei werden und b) die Aufnahme eines Teils des aus südlicher Richtung anströmenden Grundwassers, was zu einer beschleunigten Abführung und Abschlag in die Elbe führt. Damit könnten der Grundwasserzustrom verringert und die Dauer hoher Grundwasserstände reduziert werden. Die Effizienz der Maßnahme muss im Einzelnen allerdings noch geklärt werden. Bei zu geringer Effizienz des Abfanggrabens kann zusätzlich eine Tiefendrainage Entlastung für die genannten Ortsteil bringen. Diese wird hinsichtlich Dimensionierung  (Länge, Haltungsvolumen) sowie genauer Lage noch zu ermitteln sein. Erste Überlegungen sehen sie zum Beispiel südlich der Paul-Illhardt-Straße und Am Anger.
M 2: Sohlregulierung des Solgrabens um ca. 0,5 m
Diese Maßnahme dient der Entlastung der gesamten Stadt, insbesondere aber den Anrainern des Solgrabens. Es soll untersucht werden, ob durch eine Vertiefung des Solgrabens ein verbessertes Abflussregime erreicht werden kann. Dabei soll das Restgefälle des Solgrabens im Bereich der Einmündung in die Elbe konsequent ausgenutzt werden. Um dies zu ermöglichen und einen infolge dieser Maßnahme erhöhten Rückstau des Solgrabens bei hochwasserführender Elbe zu verhindern, wird an dieser Stelle im Falle einer Umsetzung dieser Maßnahme ein Siel/Schöpfwerk errichtet (siehe auch M4).
M 3: Errichtung von Grundwasser-Haltungen nach effizienter Standortwahl
-    Anstrom Felgeleben/Sachsenland
-    Anstrom Streitfeld
-    Anstrom Bad Salzelmen
-    Ehemalige Pumpstation nach dem Durchlass Güstener Bahn
Diese potenzielle Maßnahme dient v. a. dem Schutz der Ortsteile Felgeleben, Sachsenland, Streitfeld und Bad Salzelmen. Es soll hier eine Optimierung der Standorte und der Dimensionierung von Grundwasserbrunnen geprüft werden. Diese sollen genutzt werden, um den Grundwasserstand in Problemgebieten der Stadt bei Bedarf gezielt abzusenken.
M 4: Siel/Schöpfwerk vor der Einmündung Solgraben - Elbe
Diese Maßnahme dient der Entlastung der gesamten Stadt, indem bei Elbehochwasser der Abfluss aus dem Grabensystem Sol-/Randelgraben weiterhin gewährleistet werden kann. Damit wird das Ziel verfolgt, einen Rückstau der Gräben zu vermeiden und die Grundwasserabführung aus der Stadt zu verbessern.
M 5: Einfluss der Regelung des Pretziener Wehres
Diese Maßnahme dient der Entlastung der gesamten Stadt im Hochwasserfall der Elbe. Durch die Öffnung des Pretziener Wehres ab einem bestimmten Hochwasserstand wurde auch bisher eine Entlastung des Bereiches Magdeburg/Schönebeck ereicht. Im Rahmen der Maßnahmeprüfung soll untersucht werden, inwieweit durch eine Änderung des bisherigen Steuerregimes (z.B. frühzeitigere Öffnung des Wehres) eine stärkere Entlastung im Hinblick auf die Grundwassersituation erreicht werden  kann.
M 6: Anpassungsstrategie landschaftlicher Flächennutzung
 (Ziel: verstärkter Gebietsrückhalt, höhere Verdunstung)
Diese Maßnahme zielt auf eine Entlastung der gesamten Stadt und der umliegenden Region des Elbe-Saale-Winkels. Es soll geprüft werden, wie durch eine veränderte Landbewirtschaftung in der Region die Grundwasserneubildung reduziert und damit die Grundwasserstände generell abgesenkt werden können. Es handelt sich hier um eine Beeinflussung des regionalen Landschaftswasserhaushaltes, die mittel- bis langfristige Zeiträume umfasst. Es wird untersucht, wie und in welchem Ausmaß durch eine Umstellung der größtenteils landwirtschaftlich geprägten Landnutzung dieses Ziel erreicht werden kann. Soweit zum Pressegespräch vom Mittwoch.

Im Folgenden eine Information in eigener Sache:
Zur Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitsgruppen "Grundwasser"
Bezüglich des Problems der Vernässung und der entsprechenden Tätigkeit der städtischen Arbeitsgruppen wird gelegentlich der Vorwurf geäußert, man sei nicht ausreichend informiert. Die Frage der Öffentlichkeitsarbeit ist tatsächlich ein sensibles Thema, weshalb an dieser Stelle etwas näher darauf eingegangen werden soll.
Zunächst einmal: Der Wunsch nach Information ist verständlich, legitim und nachvollziehbar, von welcher Seite auch immer geäußert. Eine möglichst große Transparenz ist deshalb von Rathausseite immer vollzogen worden, sei es durch Pressemitteilungen und Interviews in den Medien, Veröffentlichungen auf  städtischen Internetseiten, Einwohnerversammlungen und dergleichen mehr. Täglich gibt die Stadt Meldungen aller möglichen Themenbereiche heraus, die sich in den Zeitungen, aber vollständig auf der städtischen Homepage widerspiegeln. Verglichen mit anderen Städten Sachsen-Anhalts nehmen wir hier eine sehr gute Position ein.
Bei den Arbeitsgruppen "Grundwasser" handelt es sich um ein komplexes Problem mit einer Herangehensweise, die mit den Teilnehmern wie Hochschule, Land, Landkreis und Bürgerinitiative Felgeleben/Sachsenland abgestimmt wurde. Demnach muss dem Vorwurf, es würde nicht informiert werden, wie folgt widersprochen werden:
Die Arbeit der Arbeitsgruppen wird weitestgehend durch jeweilige Presseinformationen begleitet, die sowohl auf einem Link der städtischen Internetseiten veröffentlicht als auch den Medien zur Verfügung gestellt wurden. So mancher Vorwurf vermeintlicher Nichtinformation könnte allein damit entkräftet werden. Der Link kann von jedermann jederzeit eingesehen werden. Die Zeitungen haben die Meldungen ebenfalls zum großen Teil veröffentlicht, wofür wir dankbar sind.
Da aber die Beratungen der AG ausgesprochenen Arbeitscharakter haben, sehr ins Detail gehen, äußerst langwierig und nicht immer einfach nachvollziehbar sind sowie für den betroffenen Bürger zunächst keine konkreten Ergebnisse zu Tage bringen konnten, wurde entschieden, die Medienvertreter jeweils erst im Nachhinein mit  zusammengefassten, einheitlichen Aussagen der AG zu informieren. Dies sehen wir auch deshalb als geboten an, da die Gleichbehandlung und damit Zulassung aller Medien zur direkten Teilnahme an den Beratungen möglicherweise ein uneinheitliches Bild wiedergeben würde. Dieses könnte die Betroffenen verunsichern, einseitig informieren oder falsche Erwartungen und Hoffnungen wecken. Naturgegeben sind die Medien an einer "lebendigen" Wiedergabe (ausgewählter) Zitate, Fakten und Kontroversen interessiert, was dem Gesamtprozess möglicherweise aber wie beschrieben nicht immer dienlich wäre. Ein ungestörter Arbeitscharakter muss für einen gewissen Zeitraum ausschließen dürfen, dass sich jeder jedem zu jeder Zeit öffentlich mitteilt. Dies ist auch in anderen Bereichen - etwa in der Wirtschaft und der Landes- und Bundespolitik - üblicher Alltag. Für solche Zwecke wurden Pressemitteilungen und Pressegespräche erfunden. Wir haben ein hohes Interesse, die Medien fair und gleich zu behandeln. Umgekehrt sind wir ebenso dankbar, derart behandelt zu werden, sei es, durch die Wiedergabe unserer Pressemitteilungen, was geschehen ist.